Übersicht von Bernhard Oberrauch zur gesundheitlichen Bewertung von Schimmelpilzen, gilt für Innenräume.
Zu beachten ist, dass es sich bei den Messungen um eine Momentaufnahme des Geschehens handelt. Und dass daher die Ergebnisse im Kontext des Schadensereignisses zu betrachten sind. Alles in allem eine sehr komplexe Aufgabe.
Zusammenfassung für die gesundheitliche Bewertung
Die potentiell gesundheitsgefährdenden Eigenschaften sind in erster Linie in der allergenisierenden Wirkung zu sehen, dann kommen die toxischen Eigenschaften und ganz zum Schluss das infektiöse Potential.
Die Dosis-Wirkungsbeziehung bezieht sich auf allergene Wirkungen. Für Infektionen sind primär andere Faktoren entscheidend, wie z. B. die Immunkompetenz des Wirtes und die Pathogenität des Erregers.
Aus Vorsorgegründen soll Schimmelbefall in Innenräumen entfernt werden, und in erster Line natürlich verhindert werden. Es gibt eine natürliche Quelle von Schimmelsporen aus der Außenluft. Jeder Schimmelproblematik liegt eine Feuchte-Problematik zugrunde, welche gefunden und dauerhaft beseitigt werden muss.
Schimmelsporen in der Außenluft gibt es seit Jahrmillionen von Jahren, die Schimmelsporen in Innenräumen und deren Stoffwechselprodukte (Toxine) können sich über lange Zeiträume akkumulieren, wodurch eine Dauerbelastung entsteht. An das Werden und Vergehen von Schimmel-Pilzen in der Natur haben sich die Menschen adaptiert.
Bei einer Bewertung der Gesundheitsgefährdung von Schimmelpilzbelastungen im Innenraum sollten Umweltmediziner einbezogen werden.
Je nach Raumnutzung und Gesundheitszustand der Nutzer (z. B. Allergiker) können auch sehr geringe Konzentrationen gesundheitliche Beschwerden hervorrufen.
Zur Bewertung kann der aktuelle Schimmelleitfaden UBA herangezogen werden, insbesondere für die Schadensbewertung von Mängeln aus Sicht von Sachtverständigen.
Der Text wurde in der Arbeitsgruppe Schimmel des IAM besprochen.
