Gesundheitspolitik

Triage für Ungeimpfte

Es ist jetzt an der Zeit und aus der Distanz heraus, diejenigen kritisch zu betrachten, die die Kritiker der Coronamaßnahmen diskreditiert und diffamiert haben. Frei schonungslos, aber immer mit Anstand! Von Thomas Winnischhofer, 26.06.2025

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Triage gegenüber Minderheiten 

Eine Betrachtung der Coronazeit und eine Erinnerung an den Artikel von Wolfgang Mayr „Für die Triage “

Als ich während der Coronazeit auf Salto den Artikel von Wolfgang Mayr vom 01.12.2021 über die Triage gelesen hatte, war ich zutiefst geschockt. Ja sogar mehr, ich war zutiefst entsetzt!  Dieser Artikel hatte den Untertitel: Die ImpfverweigererInnen erzwingen bereits die „Auswahl“. Man soll sie im Krankenhaus einfach nicht mehr prioritär behandeln
Mir kamen die Kriegserzählungen meines Großvaters in den Sinn, der sich als Soldat einer Vorausabteilung im Winter 1941/42 mit schweren Erfrierungen in der Nähe von Charkiv in der Ukraine auf einem Hauptverbandsplatz befand. Da waren ein Arzt und zwei Sanitäter, die eine Auswahl treffen mussten, eine Triage machen mussten: 
Die Leichtverletzten in Lazarettzelt 1, die Schwerverletzten in Lazarettzelt 2 und die aussichtslosen Fälle kamen in eine Scheune, wo ein hoffnungslos überforderter Feldgeistlicher die sterbenden Soldaten – wenn sie Glück hatten, im Morphinrausch – in den Tod begleitete. 
Geschockt war ich vor allem deshalb, weil ich 2005 ein Interview mit Wolfgang Mayr über Minderheiten in Europa hatte, von dem ich damals ein ganz anderes Bild hatte. Dabei waren Lander de Bilbao aus dem Baskenland und Hans Bombeke aus Flandern anwesend. Nach dem Interview lobten sie die Kompetenz und das Wissen des Herrn Mayr. Wir alle drei spürten das große Engagement und Einfühlungsvermögen Mayrs gegenüber Sprachminderheiten! 
Und nun hat er Triage für die Minderheit der Ungeimpften gefordert! Ich bin heute noch entsetzt darüber – Jahre danach. Auch weil bis heute kein Wort des Bedauerns von Herrn Mayr zu hören gewesen ist.
Diese Forderung war würdelos und absolut unethisch. Sie hat zur weiteren Eskalierung und Spaltung der Gesellschaft beigetragen. Im Nachhinein und nach allem, was jetzt rauskommt: Wir waren und sind für Impffreiheit und gegen jegliche Art von Zwängen. Dass dies nur eine Minderheit einforderte, hatte auch mit dem enormen Druck zu tun, dem alle ausgesetzt waren und nicht alle standhalten konnten. Und die Triage-Forderung eines Mayrs ist nur ein krasses Beispiel davon.
Jetzt im Nachhinein wollen wir auch die Überlastung der Krankenhäuser während der Coronazeit in Südtirol betrachten, die Mayr zum Anlass nahm, eine Triage der Ungeimpften einzufordern.

Der Landtagsabgeordnete Andreas Colli hat auf seine Landtagsanfrage im Juli 2024 bezüglich der Auslastung der Krankenhäuser während Corona von der Landesregierung folgende Antwort erhalten: Die Auslastung der Krankenhausbetten waren um 28% (12.000 Patienten!) niedriger als vor Corona! Das sind die offiziellen Zahlen. 
2021, als wir die zwei großen Demonstrationen auf den Talferwiesen organisierten, haben wir immer auch Experten eingeladen, die auf die falschen Protokolle/ Behandlungsmethoden hinwiesen, die MEHR Tote verursachten. Oder auf die falschen Statistiken, die entstanden, weil man keinen Unterschied machte zwischen an Corona und mit Corona verstorben. Doch es ging uns nicht nur darum, die sogenannte andere Glocke zu schlagen, sondern auch, positive Vorschläge zu bringen, statt zu spalten und Angst zu machen.
So nahm am 29. August 2021 der renommierte Arzt Prof. Dr. Stramezzi aus Mailand an unserer Demo teil und sagte Folgendes: Ich habe eine sichere Heilungskur für Corona entwickelt und damit sehr viele Patienten behandelt. Keiner ist gestorben. Also Triage ist sowieso überflüssig. 
Einige Zeit später stellte er im Parlament seine Behandlungskur vor. Abgelehnt!! Warum? Da kann sich jeder selbst seine Gedanken machen…
Nun reden alle von der Aufarbeitung der Coronazeit. Die hat nur einen Sinn, wenn alle Meinungen zugelassen werden, auch die jener, die ausgestoßen, diffamiert, diskreditiert und  in eine Schublade gesteckt wurden. Fehler wurden gemacht, von vielen, auch Fehler auf denen wir „Verschwörungstheoretiker“ und „Schwurbler“ schon während und sogar vor Inkrafttreten gewarnt haben.

Die RKI-Protokolle (nutzlose Maskenpflicht für Kinder, unnütze Schulschließungen, der unwissenschaftliche Slogan „Pandemie der Ungeimpften“ usw.) haben auch das bewiesen. Hört uns zu, wir haben viele Quellen, die ihr bislang gar nicht angeschaut habt, wir schauen hin, wo ihr es nicht tut, nicht einmal ein pensionierter erfahrener Journalist wie Mayr. Sonst ist das keine Aufarbeitung, sondern nur eine fadenscheinige Rechtfertigung, die die Gesellschaft weiter spalten wird.
Wir Ungeimpften in Südtirol haben trotz des holprigen Weges, den wir beschreiten mussten, etwas zustande gebracht, was der Politik bis heute noch nie gelungen ist: eine Art Anti-Triage. Zum ersten Mal haben sich Deutsche, Italiener und Ladiner gemeinsam getroffen, um für Bürgerrechte und Freiheit zu demonstrieren. Niemand wurde ausgeschlossen oder nicht beachtet. Diszipliniert und friedlich. 
Da können Sie sich von uns Ungeimpften ein Beispiel nehmen, Herr Wolfgang Mayr.  
Und Sie sollten sich noch ein Beispiel nehmen: Anett Gem und Bernhard Pircher – beide sehr aktiv im Widerstand gegen die Pandemiemaßnahmen und im Organisieren unserer Demos – wurden 2024 Eltern eines Sohnes mit Down-Syndrom. Das einzige Kind mit dieser Diagnose Südtirols. Auch sie standen vor einer Art Triage: Sie haben sich fürs Leben entschieden. 
Mit freundlichen Grüßen,
Thomas Winnischhofer

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